Die älteste Erwähnung des örtlichen Steinkohlenbergbau bezieht sich auf eine Urkunde von 30. März 1662 die besagt, dass der Stollen „Fredholter Bank“ durch Vorfahren vor 100 Jahren angelegt wurde.

Man kann davon ausgehen, dass wie auch in Sprockhövel und Dortmund die Steinkohle im 15.Jahrhundert im Tagebau gewonnen wurde. Die Verbraucher waren hier die Kleineisenindustrie an der Ennepe. Holzkohle war knapp und der Umstieg auf die Steinkohle sorgte für einen wahren Boom, da die Kohle rasch zum Verbraucher kostengünstig zu liefern war. Die weiter abseits gelegenen Reviere wie Witten hatten demgegenüber den Transportnachteil. Daher ist die Wiege des Ruhrkohlenbergbaues in Wetter zu suchen.

Hier am Schlebusch war die Kohle früher direkt auf dem Acker und an den Bachhängen aufzulesen. Es dauerte also nicht lange, bis man anfing diesen Vorkommen nachzugehen. Bis zum Grundwasser wurde so die Kohle direkt vor der Haustür der Höfe Unterste und Oberste Schlebusch gewonnen.


Die Ersten, die diesem Kohlengraben Einhalt geboten um dann selbst den Abbau zu betreiben, waren die Grundeigentümer. Diese hatten dann auch das Kapital, um das Wasserproblem zu lösen, da alle Kuhlen nur solange betrieben werden konnten, wie das Wasser fern blieb. Entweder wurde in der regenarmen Zeit gearbeitet oder das Wasser wurde per Eimer abgeschöpft. Größeren Aufwand erforderten Gräben, um das Wasser von den Kuhlen wegzuleiten. Diese Gräben nannte man "Aakeldruft" (Wasserführung). Als alle diese Aktionen keinen Erfolg mehr brachten, wurde der erste Stollen im Revier Schlebusch angelegt, was etwa um 1560 der Fall war (s.o.).

Oliver Glasmacher

Literatur:
Diethelm Düsterloh - Beiträge zur Kulturgeographie des niederbergisch-märkischen Hügellandes, 1967
Oliver Glasmacher - Erbstollenrecht, 2008